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Beziehungen zu Deutschland

20.11.2017 - Artikel

Stand: April 2018

Politik

Die Beziehungen Kubas zu Deutschland bewegten sich bis zur deutschen Wiedervereinigung im Spannungsverhältnis zwischen dem engen Verhältnis zur sozialistischen DDR einerseits und der kritischen Haltung zur Bundesrepublik Deutschland andererseits.
Seit  dem Besuch des damaligen  Bundesaußenministers Frank-Walter Steinmeier 2015 haben die Beziehungen erheblich an Intensität gewonnen. Angesichts der langen Tradition der bilateralen  Beziehungen   möchte Deutschland Kuba trotz unterschiedlicher Auffassungen zu diversen Themen auf seinem Weg der Modernisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft begleiten. 

Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind noch nicht sehr intensiv und haben ihren Schwerpunkt im Energie-und Gesundheitsbereich. Deutschland stellte 2017 mit über 250.000 Besuchern die drittgrößte Gruppe von Touristen . Zur Förderung der Wirtschaftsbeziehungen wurde daher ein Büro der deutschen Wirtschaft in Havanna eingerichtet. Mit dem im Jahr 2000 geschlossenen deutsch-kubanischen Umschuldungsabkommen wurde die Gewährung von Hermes-Ausfuhrbürgschaften zur Außenwirtschaftsförderung möglich.
Die deutschen Warenausfuhren nach Kuba betrugen im Jahre 2016 237 Mio. Euro, die kubanischen Exporte nach Deutschland 45,7 Mio. Euro. Deutschland lieferte vor allem Getreide, Maschinen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Kunststofferzeugnisse, Medizintechnik, Kraftfahrzeuge und Ersatzteile; Kuba exportierte alkoholische Getränke, Tabakwaren, Honig sowie Obst- und Gemüsesäfte nach Deutschland.

Entwicklungszusammenarbeit

Die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit wurde auf Initiative Kubas 2003 eingestellt und bisher nicht wieder aufgenommen. 

Es sind einige deutsche Nichtregierungsorganisationen  in Kuba tätig, vornehmlich im Bereich von Energie- und Wasserversorgung sowie in der Erwachsenenbildung. Das Büro der Deutschen Welthungerhilfe wurde auf Betreiben Kubas 2016 geschlossen. Die Botschaft fördert Kleinstprojekte in Zusammenarbeit mit örtlichen Partnern. 

Kultur und Bildung

Obwohl es kein deutsch-kubanisches Kulturabkommen und kein eigenes Goethe-Institut gibt, bilden der kulturelle Austausch, die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung sowie der akademische Austausch eine wichtige Säule der bilateralen Beziehungen. Eine Repräsentantin des DAADbetreut die Zusammenarbeit von ca. 58 kubanischen und deutschen Hochschulen  und organisiert den Deutschunterricht an der Fremdsprachlichen Fakultät der Universität Havanna. Im Herbst 2017 fand zum 15. Mal die wirtschaftswissenschaftliche Sommerschule in Zusammenarbeit zwischen der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Havanna statt. 
Es gibt ein privates Sprachlernzentrum für die deutsche Sprache in Havanna.
Deutschland beteiligt sich an großen internationalen Kulturereignissen auf Kuba wie der Buchmesse, der Ausrichtung deutscher Theaterwochen, sowie der Etablierung einer Deutschen Reihe innerhalb des Internationalen Festivals des neuen Lateinamerikanischen Films. Wichtig sind zudem der Austausch und die praktische Vernetzung kubanischer Kulturschaffender mit der deutschen Kulturszene. Das deutsche Interesse am Dialog mit Kuba ist hoch. Gleiches gilt für Gastspiele in den Bereichen Theater, Kino und Musik.
Die Ludwig-Stiftung unterhält ein Büro in Havanna, die vor allem im Bereich des künstlerischen Austausches tätig ist. Von erheblicher Bedeutung ist die Zusammenarbeit im wissenschaftlichen Bereich mit dem Stipendiatenprogramm der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.
Einen wichtigen Träger des kulturellen Austausches stellen die etwa 30.000 Kubaner dar, die in Deutschland – vor allem in der ehemaligen DDR – studiert oder gearbeitet haben. 

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Straßenszene in Cienfuegos
Straßenszene in Cienfuegos © picture alliance/DUMONT Bildarchiv

Deutsche Botschaft Havanna

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