Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Wirtschaft

16.11.2018 - Artikel

Stand: November 2018

Wirtschaftslage

Kubas planwirtschaftlich organisiertes Wirtschaftssystem gilt als wenig leistungsfähig und befindet sich in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Das umfassende und wieder verschärfte Wirtschaftsembargo der USA sowie Umweltkatastrophen (etwa Hurrikan „Irma“ 2017) erschweren die wirtschaftliche Entwicklung. Trotz 50% unbebauter landwirtschaftlicher Flächen muss Kuba jährlich Nahrungsmittel im Wert von 2 Mrd. USD einführen. Angesichts sehr geringer Löhne im staatlichen Sektor von ca. 30 USD hat ein Großteil der kubanischen Bevölkerung Mühe, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Es gibt eine zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit in der Bevölkerung, die auch durch die doppelte Währung bedingt ist. 
Die Regierung bemüht sich seit einigen Jahren um die Modernisierung des Wirtschaftssystems und um ausländische Investitionen. Die Richtlinien für die „Aktualisierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik der Partei und der Revolution“ sehen aber nach wie vor eine zentrale Rolle des Staates vor. Daneben sind, wenn auch nur in kleinem Maßstab, nichtstaatliche Formen von Beschäftigung und Eigentum zugelassen.

2010 hatte die Regierung Maßnahmen beschlossen, mit denen Kleinunternehmer die Möglichkeit privatwirtschaftlicher Betätigung, etwa im Tourismus und Transportwesen, bei Beherbergung und Gastwirtschaften, erhielten. Inzwischen gibt es etwa 600.000 Selbständige. Ihre Tätigkeit wurde im Sommer 2018 durch umfassende neue Vorschriften stark reglementiert und eingeschränkt.  

Das Bruttoinlandsprodukt ist nach offiziellen Angaben im Jahr 2017 um 0,5 % gestiegen.  Infolge der Reduzierung der Erdöllieferungen zu Vorzugspreisen durch Venezuela hat Kuba zunehmende Probleme im Energiebereich sowie beim Ausgleich der Handelsbilanz. Kuba hat große Liquiditätsprobleme. In den vergangenen Jahren wurden die Auslandsschulden weitgehend umgeschuldet. Kuba versucht, die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren, die eigene Landwirtschaft zu stärken  und baut insbesondere auf den Ausbau des Tourismussektors. Daneben soll das Investitionsgesetz von 2014 ausländische Investitionen anlocken, z.B. durch Ansiedlung ausländischer Unternehmen  in der Sonderwirtschaftszone des Hafens Mariel. 
Kuba ist zwar Mitglied der Welthandelsorganisation (WHO), aber kein Mitglied des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank oder der Interamerikanischen Entwicklungsbank. Kuba favorisiert eine engere Kooperation der lateinamerikanischen Staaten untereinander im Rahmen der 'Alianza Bolivariana para las Américas' (ALBA) und der im Dezember 2011 gegründeten CELAC (Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten). 2017 ist Kuba erstmals einer regionalen Entwicklungsbank beigetreten, der zentralamerikanischen Bank der wirtschaftlichen Integration (BCIE).

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Straßenszene in Cienfuegos
Straßenszene in Cienfuegos © picture alliance/DUMONT Bildarchiv

Deutsche Botschaft Havanna

nach oben